BayWa r.e. Corporate Website: Multi-Site-Plattform mit Nuxt, Storyblok und Cloudflare

Detaillierte Einblicke in die Technologie und Implementierungsstrategie
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Inhalte:
Mit der neuen Corporate Website hat BayWa r.e. eine digitale Plattform geschaffen, die internationale Skalierbarkeit, redaktionelle Effizienz und technische Performance in einem gemeinsamen System vereint. Insgesamt wurden 32 produktive Websites über 16 Domains auf einer zentralen Architektur gebündelt. Ziel war es, Länderauftritte, Sprachvarianten und unterschiedliche Inhaltsstrukturen konsistent steuerbar zu machen, ohne für jede Website eigene technische Lösungen pflegen zu müssen.
Die technische Basis bilden Nuxt 4, Vue 3, TypeScript, Storyblok (Headless CMS) sowie Cloudflare Workers für die globale Edge-Delivery. So entstand eine zukunftsfähige Plattform, die sowohl den Anforderungen internationaler Redaktionsprozesse als auch den Erwartungen an Performance, Wartbarkeit und Erweiterbarkeit gerecht wird.
1: Multi-Site- und Multi-Domain-Architektur
Eine der zentralen Herausforderungen bestand darin, viele unterschiedliche Länder- und Markenauftritte in einer gemeinsamen Plattform abzubilden. Die Lösung war eine skalierbare Multi-Site-Architektur, in der verschiedene Domains, Sprachräume, Inhalte und Umgebungen über eine einheitliche Codebasis gesteuert werden.
Eine zentrale Site-Konfiguration definiert dabei unter anderem, welche Domain zu welcher Site gehört, welche Sprachen aktiv sind, welche Storyblok-Ordner als Content-Quellen dienen und welche Routing-Logiken je Website gelten. Dadurch lassen sich sowohl globale als auch länderspezifische Anforderungen innerhalb eines konsistenten Systems abbilden.
Alle produktiven Domains werden in einer gemeinsamen Worker-Konfiguration zusammengefasst und über einen einzigen Cloudflare Worker ausgeliefert:
{
"name": "baywa-re-nuxt-storyblok-production-main",
"main": ".output/server/index.mjs",
"routes": [
{ "pattern": "www.baywa-re.com", "custom_domain": true },
{ "pattern": "www.baywa-re.de", "custom_domain": true },
{ "pattern": "www.baywa-re.fr", "custom_domain": true },
{ "pattern": "www.baywa-re.es", "custom_domain": true },
{ "pattern": "careers.baywa-re.com", "custom_domain": true },
{ "pattern": "sedgeby-solar.co.uk", "custom_domain": true }
],
"kv_namespaces": [
{ "binding": "cacheBaywaRe", "id": "..." }
]
}JSON
Dieser Aufbau macht sichtbar, wie mehrere Länderauftritte und Webpräsenzen in einer gemeinsamen Infrastruktur zusammengeführt wurden. Für BayWa r.e. bedeutet das: weniger technischer Pflegeaufwand, eine konsistente Betriebsbasis und gleichzeitig genug Flexibilität für regionale Unterschiede.
2: Headless CMS und internationale Content-Prozesse
Für die Verwaltung der Inhalte wurde Storyblok als Headless CMS eingesetzt. Dadurch können Inhalte strukturiert, komponentenbasiert und unabhängig vom Frontend gepflegt werden. Redakteurinnen und Redakteure arbeiten in einer flexiblen Benutzeroberfläche, während die Ausspielung über die Website kontrolliert und performant erfolgt.
Gerade in einem internationalen Projektumfeld war dabei entscheidend, dass Inhalte nicht nur gepflegt, sondern auch effizient übersetzt und für unterschiedliche Märkte bereitgestellt werden können. Der redaktionelle Content wurde dabei direkt von den Redakteuren in Storyblok verwaltet und in insgesamt 18 Sprachvarianten gepflegt. Die Übersetzung der Website Labels erfolgte zentral über Crowdin.
Der komponentenbasierte Aufbau sorgt dafür, dass Inhalte in wiederverwendbaren Bausteinen strukturiert werden können. Das reduziert den redaktionellen Aufwand, unterstützt konsistente Seitentypen und erleichtert die Pflege über Ländergrenzen hinweg.
3: Edge Deployment und intelligentes Performance-Konzept
Um weltweit schnelle Ladezeiten und eine stabile Auslieferung sicherzustellen, wurde die Plattform auf Cloudflare Workers als Edge-Runtime bereitgestellt. Die Anwendung läuft damit nicht auf einem klassischen zentralen Server, sondern wird nahe an den Nutzerinnen und Nutzern ausgeliefert. Das verbessert die Performance insbesondere bei internationalem Traffic deutlich.
Ein zentrales Element der Architektur ist dabei das intelligente Edge-Caching. Über ein mehrstufiges Cache-Konzept werden Seiteninhalte abhängig vom jeweiligen Content-Typ unterschiedlich lange zwischengespeichert. So können etwa häufig wechselnde Inhalte wie News mit kürzeren Laufzeiten versehen werden, während statischere Seitentypen deutlich länger gecacht werden.
Die technische Umsetzung erfolgt direkt über die Cloudflare Cache API. Im Response-Schritt werden Inhalte mit dynamischen Laufzeiten und Cache-Tags versehen:
nitroApp.hooks.hook('afterResponse', async (event) => {
const ttlMap = {
news: 1800,
careers: 1800,
events: 3600,
default: 86400
}
const headers = new Headers({
'Content-Type': 'text/html',
'Cache-Control': `public, s-maxage=${ttl}, stale-while-revalidate=86400`,
'Cache-Tag': `storyId-${storyId}`
})
event.context.cloudflare.context.waitUntil(
cache.put(cacheKey, new Response(body, { headers }))
)
})TypeScript
Die Logik dahinter: Inhalte werden nicht pauschal zwischengespeichert, sondern abhängig von ihrer Aktualität und Relevanz. Durch stale-while-revalidate bleibt die Plattform schnell erreichbar, während Änderungen im Hintergrund aktualisiert werden. Über Cache-Tags können einzelne Inhalte gezielt invalidiert werden, ohne den gesamten Cache zu leeren.
4: Suche, Karriereportal und dynamische Inhaltsausspielung
Ein weiterer zentraler Baustein der Plattform ist die technische Umsetzung datengetriebener Inhalte. Dazu gehören insbesondere die Volltextsuche, das Karriereportal und verschiedene dynamisch erzeugte Seiten- und Sitemap-Strukturen.
Für die Suche wurde eine Hosted-Solr-Architektur mit sprachspezifischen Instanzen umgesetzt. Dadurch können Inhalte je nach Sprache suchoptimiert verarbeitet und mit passenden sprachlichen Regeln wie Stemming oder Tokenisierung ausgeliefert werden. Die Suche unterstützt facettierte Filterlogiken und ermöglicht so eine gezielte Eingrenzung von Inhalten wie News, Events oder Jobs.
Besonders im Karriereportal zeigt dieser Ansatz seine Stärke: Stellenangebote können serverseitig geladen, lokalisiert geroutet und über dynamische Facetten durchsucht werden. Gleichzeitig verbessert die serverseitige Verarbeitung die SEO-Basis und reduziert unnötige Client-seitige Nachladeprozesse.
Die serverseitige Suchanbindung ist dabei direkt in die Plattform integriert:
export default defineEventHandler(async (event) => {
const body = await readBody(event)
const { solrHosts } = useRuntimeConfig()
const solrConfig = solrHosts[body.language]
const params = new URLSearchParams({
q: body.query,
fq: `websiteSlug:${body.slug} AND language:${body.language}`,
rows: body.rows || '10',
facet: 'true',
'facet.field': '{!ex=typeFilter}type',
wt: 'json'
})
const response = await fetch(
`${solrConfig.host}/solr/baywa/select?${params}`,
{
headers: {
Authorization: `Basic ${btoa(`${solrConfig.user}:${solrConfig.pass}`)}`
}
}
)
return await response.json()
})TypeScript
5: Formulare und Systemintegrationen
Ein wesentlicher Bestandteil der Plattform ist die flexible Integration von Formularen und angeschlossenen Drittsystemen. Dafür wurde ein eigenes Formular-Modul auf Nuxt-Basis entwickelt, das direkt mit Storyblok verbunden ist und Formulare strukturiert aus dem CMS heraus steuerbar macht.
Formularfelder, Validierungen, Bedingungen und Folgeprozesse lassen sich dadurch zentral konfigurieren.
Auch komplexere Anforderungen wie mehrstufige Formulare, bedingte Feldanzeigen oder unterschiedliche Ausgabepfade konnten auf diese Weise umgesetzt werden.
Besonders relevant ist dabei die Finisher-Architektur: Nach dem Absenden eines Formulars können verschiedene Prozesse automatisiert angestoßen werden – etwa der Versand von E-Mails, die Übergabe an Salesforce, die Anbindung von Evalanche oder die Weiterverarbeitung in anderen Systemen.
Für BayWa r.e. bedeutet das: Formulare sind nicht nur Eingabemasken auf der Website, sondern Teil einer durchgängigen digitalen Prozesskette.
6: Betrieb, Sicherheit und Erweiterbarkeit
Neben Frontend, CMS und Integrationen wurde auch der technische Betrieb konsequent auf Skalierbarkeit und Wartbarkeit ausgelegt. Ergänzend zur Hauptanwendung kommen mehrere spezialisierte Cloudflare Workers als Microservices zum Einsatz. Sie übernehmen unter anderem Aufgaben wie Suchindexierung, Cache-Invalidierung, Webhook-Verarbeitung oder Benachrichtigungen in redaktionellen Workflows.
Zusätzlich wurde ein eigenes Admin Panel entwickelt, über das zentrale Betriebsfunktionen wie Cache-Management, Reindexierungen oder Formular-Exporte gesteuert werden können. Das reduziert manuelle Eingriffe und erleichtert die technische Administration der Plattform im Alltag erheblich.
Auch Sicherheitsaspekte wurden systematisch berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem kontrollierte Content-Security-Policies, abgesicherte Staging-Umgebungen, Token- und Signaturprüfungen für Webhooks und Formularprozesse sowie Monitoring und Fehlererfassung über Sentry.
Weitere technische Highlights
Neben den zentralen Architekturschwerpunkten umfasst die Lösung zahlreiche weitere technische Besonderheiten, die zur Qualität und Zukunftsfähigkeit der Plattform beitragen:
Custom Image Provider für AdmiralCloud zur optimierten Auslieferung und Formatsteuerung von Medien
eigene Storyblok Field Plugins für projektspezifische redaktionelle Anforderungen
barrierearme Interaktionsmuster auf Basis von WAI-ARIA und keyboardfähigen Komponenten
Google-Maps-Integrationen mit Marker-Clustering, GeoJSON-Regionen und Postleitzahl-Logik
regelbasierte Kontaktfinder-Systeme mit Storyblok-Filtern und Salesforce-Anbindung
zentrale Tailwind- und Design-Token-Architektur für konsistentes UI-Verhalten über viele Seitentypen hinweg
Was BayWa r.e. durch diese technische Lösung gewinnt
Mit der neuen Plattform verfügt BayWa r.e. über eine zentrale technologische Grundlage für internationale digitale Kommunikation. Inhalte können über Länder- und Sprachgrenzen hinweg konsistent gepflegt und ausgespielt werden, während regionale Anforderungen weiterhin flexibel abbildbar bleiben.
Die performante Edge-Architektur verbessert die Ladezeiten weltweit und sorgt für eine stabile User Experience. Gleichzeitig entlasten zentrale Content-Prozesse, wiederverwendbare Komponenten und automatisierte Integrationen sowohl Redaktion als auch Entwicklung. Neue Inhalte, neue Länderauftritte oder zusätzliche Funktionsbausteine lassen sich auf dieser Basis effizient erweitern.
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